Funktionsweise von Plasmabildschirmen

Anders als LCD-Bildschirme arbeiten Plasmabildschirme nicht mit Flüssigkristall (das funktioniert wie bei einem Handy oder einem Gameboy), sondern mit Bildpunkten, die durch ein explodierendes Gasgemisch (Plasma-Entladung) erzeugt werden. Dabei ist der Aufbau eines Plasmabildschirms relativ einfach:

  • Der Zwischenraum zweier Glasplatten wird mit Hilfe von Glasrippen in kleine Kammern unterteilt, die jeweils mit einer Mischung aus Helium, Neon und Xenon gefüllt werden.
  • Die vordere Glasplatte wird zusätzlich mit einer dielektrischen Glasschicht, sowie einer Schutzschicht aus Magnesiumoxid überzogen; auf der hinteren Glasplatte sind zwischen den Glasrippen drei verschiedene Phosphore abwechselnd angeordnet, die für die Farberzeugung gebraucht werden.
  • Als Phosphore werden Kristalle mit eingelagerten Kationen verwendet, zum Beispiel Calciumhalogenphosphat, das auch in Leuchtstofflampen zu finden ist, oder mit Silberionen aktiviertes Zinksulfid, das für die Blaukomponente eines Fernsehbildschirms sorgt.
  • Die Abklingzeiten von Phosphoren, also die Dauer des Nachleuchtens, reichen von einigen Millisekunden bis zu mehreren Stunden. Die kurzen Abklingzeiten werden für Monitore und Plasmabildschirme, die langen für Leuchtziffern benötigt.

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Pixel im Elektrodengeflecht

In jeder Zelle befinden sich drei Sorten von Elektroden:

  • an der Vorderseite eine Abtastelektrode (Scan-Elektrode)
  • und eine Zusatzelektrode (Sustain-Elektrode),
  • an der Rückseite eine Adress-Elektrode.

Das Elektrodengeflecht hält die gesamte Schirmfläche unter Spannung, und zwar zunächst knapp unter dem Schwellenwert, bei dem das Edelgasgemisch zu leuchten beginnt. Jede der Zellen – bei einem 50-Zoll-Monitor sind sie etwa 0,7 Quadratmillimeter groß – kann so angesteuert werden, dass in dem eingeschlossenen Gasvolumen eine Entladung induziert wird, die ihrerseits, analog zur Leuchtstofflampe, UV-Strahlung emittiert. Das UV-Licht bringt das Phosphorpixel zum Leuchten. In allen gleichzeitig angesprochenen Zellen geschieht dieser Vorgang simultan, sodass ein komplettes Bild auf dem Schirm erzeugt werden kann – im Gegensatz zu herkömmlichen Kathodenstrahlröhren, bei denen der Elektronenstrahl sukzessive den Schirm abfährt. Ein Plasmabildschirm kann also als eine Ansammlung tausender selbstleuchtender Lichtquellen verstanden werden. Das wiederum unterscheidet ihn von Flüssigkristallbildschirmen, die nicht selbst leuchten, und erklärt den großen Blickwinkel von Plasmaschirmen.

2 Kommentare

  1. Zu viel Licht mit hoher Energie (UV-Strahlung, violettes u. blaues Licht) ist ja gesundheitsschädlich (es kann z.B. zu Augenermüdung, gestörtem Schlaf und sogar zu Netzhautschäden / Makula-Degeneration führen).
    Im Artikel steht, dass Plasma-Bildschirme UV-Quellen haben.
    Wie hoch ist eigentlich der UV- und der Blaulichtanteil von Plasma-Bildschirme im Vergleich zu LED-Bildschirmen?
    Viele LED-Bildschirme haben leider einen zu hohen Blaulichtanteil.

    1. Hallo Peter,
      Diese UV-Strahlung bleibt meiner Meinung nach innerhalb des Panels und gelangt nicht nennenswert nach außen. Moderne Plasma-TVs haben Frontglas und Filter, die UV effektiv blockieren. Es gibt keine relevanten Messwerte, die zeigen, dass Plasma-TVs UV-Strahlung abgeben, die gesundheitlich relevant wäre. Studien messen bei Fernsehern allgemein keine relevante UV-Emission. Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26375236/
      Bzgl. Blaulicht: Plasma-TVs liefern blaues Licht ebenfalls, aber nicht in der gleichen LED-Peak-Form – ihr Licht ist phosphor-basiert und verteilt über das gesamte sichtbare Spektrum, was in der Praxis einen etwas geringeren Anteil an energiereichem, schmalbandigem Blaulicht bedeutet.

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